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PART #3 – Wozu braucht ein Biber einen Regenschirm?

Ziska Riemann drückt in all ihren Arbeiten aus was sie umtreibt, beobachtet, was sie rührt. Zuhause fühlt sich die Künstlerin überall, ob sie Drehbücher oder Songtexte schreibt, ihre Lieder selbst singt oder die Musik dazu komponiert, ob sie Filme dreht oder Comics zeichnet. Was sie nun eigentlich tut? „Ich bin Geschichtenerzählerin“, sagt sie.

Von zu Hause weg läuft sie mit dreizehn Jahren. Hält es nicht mehr aus, als in ihre ursprünglich chaotische Familie irgendwann eine gewisse Ordnung einzieht. Sie lebt auf der Straße, im Bauwagen, in besetzten Häusern, irgendwann auch im legendären Rauch-Haus, über das Rio Reiser singt. Ziska beschäftigt sich als Teenager früh mit den existenziellen Fragen wozu lebe ich, wer bin ich, was ist das Leben, die Liebe, der Tod… Sie fängt an zu schreiben. Es entstehen farbenfrohe, frische, bunte, intensive Geschichten voller Wucht und Lebendigkeit, der Beginn des roten beruflichen künstlerischen Fadens, der sich durch ihr Leben zieht. Und sie wird für ihre handgefertigten Comics bekannt, die sie als Straßenkind beginnt zu verkaufen. Schon Jahre bevor sie den Westberliner Comiczeichner und Ikone der 80er-Protestkultur, Gerhard Seyfried, bei einer Ausstellung trifft und seine einzige Schülerin wird.

Gemeinsam mit ihm gestaltet sie drei Bände, allesamt kritisch und politisch, mit dem Anliegen ihre Überzeugung zu vermitteln, dass sich die Welt nur ändert, wenn wir uns selbst verändern. Die Heilpraktikerin und Shiatsu-Therapeutin macht einfach was sie will, nämlich Kunst, zeichnet für DIE ZEIT und das Techno Magazin Frontpage, schreibt Kurzgeschichten, Gedichte und Drehbücher. Gründet nebenbei noch ihr eigenes Label und bringt ein Album heraus.

Ziska Riemann ist eine Frau deren Talente und Träume keine Grenzen kennen. Ein großartiges Beispiel dafür, dass Integrität, Würde, Mut und Nachdenklichkeit gepaart mit Entschlossenheit und Talent einen sehr weit bringen können.