Neugier auf bisher Fremdes und Unbekanntes

Diversität wird im Rahmen unserer Arbeit weder toleriert noch akzeptiert; sie wird zelebriert.

Wir sehen sie als Reichtum einer postmodernen Gesellschaft, als Nährboden für Diskussionen und Lernerfahrungen durch einen anhaltenden Austausch mit dem bisher Unbekannten. Das bedeutet, dass wir Jugendliche ermutigen, ihre besonderen individuellen Eigenschaften kennenzulernen, zu fördern und zu nutzen, anstatt sie zu verstecken. Wir verstehen Vielfalt dabei nicht als das Zusammenleben unterschiedlicher in sich homogener Gruppen, wie sie leider oft missverstanden wird, sondern als eine Vielheit verschiedener Charaktere, Hintergründe und Attribute bis hin zu der Ebene des einzelnen Individuums. Und doch ist auch auf der Ebene der Gruppenmerkmale eine größtmögliche Durchmischung in Projekten durchaus sinnvoll. In einer Gruppe, die hinsichtlich Geschlecht, Alter, akademischen und ökonomischen Hintergrund, Religion und Migrationshintergrund möglichst gemischt ist, entsteht eine konstruktive Dynamik, in der die einzelnen Teilnehmer mehr voneinander lernen und vom Erfahrungsspektrum der Anderen profitieren.

In der Praxis bedeutet das, dass wir auch in der Zusammenstellung von Gruppen bei Austauschprojekten sehr auf die Heterogenität von Teilnehmern achten. So findet beispielsweise vor dem eigentlichen transnationalen Austausch schon eine Serie von Austauschen innerhalb der Gruppe statt. Unterschiedliche Fähigkeiten, Fertigkeiten, Charakterzüge, Lebenserfahrungen und kulturelle Prägungen inspirieren sich untereinander und wecken gegebenenfalls Neugier auf bisher Fremdes und Unbekanntes. Selbstverständlich gilt dieser Arbeitsansatz auch hinsichtlich der Teamkonstellation und der Dozentenauswahl.

 

Auszug Jahresbericht 2017/2018